Die Botschaft der Zeichen

Charakteristisch für Bogolan-Stoffe sind die natürlichen Erd- und Pflanzenfarben, aber auch die mal üppigen, mal dezenteren Muster. In den Anfängen dieser Färbetechnik – sie ist etwa 300 Jahre alt – wurden häufig Symbole bei der Gestaltung der Muster verwendet, die eine tiefere Bedeutung hatten. Sie bezogen sich auf Eigenschaften und Tugenden von Menschen und zeigten typische Dinge aus dem Arbeitsleben und dem Alltag. Sogar die Zahl der Kinder, die eine Frau zur Welt gebracht hatte, war auf ihrem Tuch erkennbar, das sie um die Hüften trug. Für jedes Kind stand ein Stern. Den Teil des Tuches mit den Sternen verbarg sie unter einer weiteren Stoffschicht, so dass er nicht sichtbar war.

Heute greifen Bogolan-Künstler meistens nicht mehr die Symbole aus der Vergangenheit auf, sondern arbeiten mit modernen Mustern und Designs – die wie überall auf der Welt Trends unterworfen sind und mit jeder neuen Kollektion überarbeitet werden. Nur hin und wieder erinnert eine Form an ein historisches Zeichen; zum Beispiel die kleinen Dreiecke, die Teile von Kalebassen (Aufbewahrungsgefäße aus ausgehöhlten Kürbissen) zeigen sollen. Die Kreise symbolisieren ein Haus, in dem das Vermögen aufbewahrt wird (siehe Foto).

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